Datenbankentwicklung

Mit Drittgenerationssprachen wie C kann der geübte Programmierer eine Vielfalt von Hardware- und Softwarekomponenten ansprechen sowie schnelle und speichersparende Programme entwickeln. Diese Flexibilität hat aber ihren Preis: Das Erlernen der Sprache und die Entwicklung von Programmen sind aufwändig. Auf Personalcomputern entstanden deshalb schon früh Endbenutzerwerkzeuge, mit denen der Anwender der Fachabteilungen massgeschneiderte Applikationen entwickeln kann. Anwendersprachen und Viertgenerationssprachen sind zwar weniger allgemein und flexibel als Drittgenerationssprachen, der Entwicklungskomfort ist aber so gross, dass viele Standardanwendungen nur einen Bruchteil des Aufwands konventioneller Werkzeuge benötigen.

Die Arbeit mit Anwender- und Viertgenerationssprachen verringert zwar den Aufwand für die Definition des Problems und den Entwurf der Lösung nicht, sie vermindert aber den Programmier- und Testaufwand erheblich. Der Entwickler benötigt weniger Befehle, und eine komfortable Entwicklungsumgebung verkürzt die Entwicklungszeit. Die meisten Viertgenerationssprachen unterstützen eine intuitive Gestaltung der Benutzeroberfläche und erlauben einen einfachen Zugriff auf Datenbanksysteme (engl. Data Base Management Systems, abgekürzt DBMS). Zu diesen Sprachen gehört auch Visual Basic für Applikationen (VBA). Im Gegensatz zu Drittgenerationscode werden Viertgenerationsprogramme in der Regel interpretiert oder durch Applikationsgeneratoren in Drittgenerationsprogramme übersetzt. Sie sind deshalb weniger laufzeit- und speichereffizient.

Zu den Viertgenerationssprachen werden auch die deklarativen Abfragesprachen gezählt. Der Benutzer von MS Access kann mit QBE (Query By Example) mächtige SQL-Anweisungen generieren, die er gut in prozeduralen VBA-Code integrieren kann. Weil die Entwicklung mit Viertgenerationssprachen wie VBA und QBE/SQL schneller als jene mit Drittgenerationssprachen ist, wird sie oft - und nicht immer zutreffend - als Rapid Prototyping bezeichnet.